Meine persönlichen Gedanken zu Griechenland

Heute ist es leider üblich sich über die Griechen aufzuregen. Sie haben unser Geld verschwendet und nun können oder wollen sie es nicht zurück zahlen. Wer seine Bildung aus der BILD Zeitung bezieht, hat genau diese Einstellung zu Griechenland. Der gebildete BILD Leser mit Abitur (erworben durch 10 Jahre BILD Zeitung lesen) kennt sich da genau aus. Er war zwar noch nie in Griechenland aber kennt sich trotzdem genau über die Probleme dort aus.

Es tut mir leid, aber ich lese keine BILDzeitung und bin seit 1980 oft in Athen, KOS, KRETA, KORFU, auf dem Festland und anderen kleinen Inseln gewesen. Meine persönliche  Wahrnehmung des griechischen Problems ist daher eine ganz anderes. Stand der nachfolgenden Gedanken ist das Jahr 2014. Im Juni waren wir auf Kreta und im Oktober auf Korfu.

Wenn unsere Straßen in Berlin so aussehen würden,  wie die auf Kreta oder  Korfu , dann wären wir die glücklichsten Autofahrer. Es fehlen in Griechenland einem einfach die schönen großen Schlaglöcher in den Straßen und die obligatorischen Schilder  ( 30 KM )und  (ACHTUNG Straßenschäden). Das haben diese Griechen mit unserem Geld und dem Geld von der EU gemacht. Auf Kreta haben die sogar einen großen Stausee  für die Trinkwasserversorgung in den letzten Jahren gebaut. Die Knüppeldämme über die Berge zu sehr guten Straßen ausgebaut und die kleinen Dörfer in den Bergen und  landwirtschaftlichen Gegenden an das Straßennetz  angebunden. Sie haben auch diese Dörfer und kleine Städte an eine funktionierende Müllabfuhr angeschlossen. Die Dörfer sehen heute sauber aus, mit Strom, fließenden Wasser und einer pünktlichen Müllabfuhr. Die Häuser sind zum größten Teil renoviert und mit herrlichen Gärten ausgestattet. Selbst die alten Rostlauben, die früher einfach in der Gegend abgestellt wurden, sind heute fast verschwunden. Die Olivenhaine, Orangen- , Zitronen-Plantagen und Weingärten sehen gepflegt aus und werden mit Wasser von den Bergen bewässert.  Die meisten Häuser (Hotels alle) sind mit Sonnenkollektoren ausgestattet um warmes Wasser zu erzeugen. Windmühlen zur Stromerzeugung sieht man auch immer öfter. Hier sieht man auch, wo das ganze Geld von der EU verschwendet worden ist.  Ich will nicht verschweigen, daß auch ganz große Beträge bei den Politikern der alten Garde (NEA Demokratia, bei uns heißt sie CDU/CSU und dann die PASOK, bei uns die SPD, an den klebrigen Fingern hängen geblieben sind. Auf dieses Thema komme ich noch gesondert zurück.

Wenn man auf den Straßen in den Bergen fährt, sollte man bei einer nicht einsehbaren Kurve langsam und vorsichtig fahren. Der Grund kann eine Herde von Schafen oder Ziegen sein, und die werden nicht romantisch von einem Schäfer mit Hut und Stab getrieben, nein er sitzt in seinem Toyota Pickup und sein treuer Hund hält die Herde zusammen, leider ohne Kenntnisse der europäischen deutschen Straßenverkehrsordnung. Das hat schon so manchen deutschen Urlauber zu bösen Kommentaren bei der Hotelbewertung annimiert. Auch das diese Griechen bei einer roten Ampel, wenn kein anderer in Sicht ist, einfach weiterfahren. Die parken auch vor der Taverne mit Halteverbotsschild neben dem Polizeiauto von Kostas, trinken ihren Kaffee und rauchen auch noch dabei, obwohl die EU aus Brüssel es verboten hat. Auf die Frage, ob man auch rauchen darf sagte der Polizist, rauchend, ja denn Brüssel ist weit weg und sieht es ja auch nicht.  Die Frage nach dem Sinn des Halteverbotsschild wird damit erklärt, daß es irgendwann mal aufgestellt wurde, aber einen Sinn macht es nicht. Du kannst da ruhig parken und in ruhe die Gegend genießen und deinen Kaffee trinken.

 

 

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